An einigen europäischen Börsen ging es zum Wochenauftakt hoch her. Der Dax rutschte gestern (2.5.) unter die Marke von 14.000 Punkten und schloss den Montagshandel um 1,1 Prozent tiefer bei 13.939 Punkten. Allerdings habe sich dabei ein interessanter Handelsverlauf gezeigt, wie das "Handelsblatt" schreibt: Nach einem halbwegs stabilen Auftakt fiel der Dax vormittags deutlich zurück auf bis zu 13.778 Punkte – doch ebenso schnell schlugen offenbar Schnäppchenjäger zu und hievten den Leitindex wieder in Richtung 14.000 Punkte zurück.

Gleiches Bild an anderen Handelsplätzen: Der Eurostoxx 50 und der breit gefasste Stoxx 600 rutschten um jeweils drei Prozent ab, konnten ihre Verluste im weiteren Verlauf aber ebenso reduzieren. Gleiches gilt für den Stockholmer Leitindex, der zeitweise sogar um acht Prozent einbrach.

"Sell in May" zu wörtlich genommen? 
Börsianer rätseln der Wirtschaftszeitung zufolge nun über die Gründe für diese länderübergreifenden "Mini-Flash-Crashs": Der Ausverkauf sei nicht auf spezielle Schlagzeilen oder Unternehmensmeldungen zurückzuführen, sagt Martin Munk, Aktienexperte der Jyske Bank, gegenüber dem Handelsblatt. "Da hat wohl ein Anleger die Börsenweisheit 'Sell in May and go away' (Verkaufe im Mai und beib dabei) zu wörtlich genommen", witzelt ei anderer Aktienhändler. Ein weiterer Börsianer tippt auf eine Kaskade automatisierter Verkäufe.

Der Handel am Montag zeigte aber auch auf: Erholungsphasen beim Dax halten nicht lange an. Oder wie es Robert Halver, Kapitalmarktexperte bei der Baader Bank, auf den Punkt bringt: "Der Börsenbulle ist im Sabbatical." Angesichts der Konjunkturskepsis und der bevorstehenden Zinserhöhungen der Notenbanken seien offenbar nur wenige Anleger bereit, aus langfristiger Überzeugung Aktien zu kaufen. (jb)