Er gilt als einer der Erfinder von sogenannten Income-Lösungen, die unter anderem ein Haus wie J.P. Morgan Asset Management anbietet. Dem Investor soll dabei ein regelmäßiger Ertrag zufließen, ohne dass sein Asset Manager dafür allzu große Risiken eingeht, geschweige denn Verluste in Kauf nehmen würde. Dass es in der aktuellen Marktverfassung nicht gerade einfach ist, diesem Anspruch zu entsprechen, kann jeder an den Renditezahlen ablesen, die für risikolose Assets derzeit in der Regel ein Minuszeichen tragen.

"Wir befinden uns inzwischen in einem extrem schwierigen Umfeld für einen Income-Ansatz, wie wir ihn verfolgen", erklärt Michael Schoenhaut. "Nahezu alle traditionellen Income-Assetklassen wie Cash, Staatsanleihen, im Prinzip alles, was mit einem niedrigen Risiko behaftet ist, liefern uns einfach nicht die nötige Rendite, die wir für unsere Strategien benötigen." Von daher seien er und seine Kollegen darauf angewiesen, auf andere Segmente zurückzugreifen. 

Ein wenig Erleichterung bringe aktuell die Entspannung bei den Handelsgesprächen zwischen den USA und China, auch wenn das Problem an sich auch nach einer ersten Einigung keineswegs vom Tisch sei. Immerhin dürfe man damit rechnen, dass das Thema bis hin zu den US-Präsidentschaftswahlen eine eher untergeordnete Rolle spielen werde. "Das lässt zumindest etwas Raum für die zaghaft sprießenden Wachstumspflänzchen der Wirtschaft insbesondere in den USA", so Schoenhaut.  Das Gespenst der Rezession, das zum Ende 2019 lange Zeit die Schlagzeilen beherrscht habe, sei zumindest fürs Erste vertrieben.

Welche Segmente Michael Schoenhaut und seine Kollegen derzeit meiden und wo sie konkrete Chancen sehen, erfahren unsere Leser im nachfolgenden Video-Interview.(hh)