Die Internationale Energieagentur (IEA) fordert ein Ende des Ölzeitalters und will bis 2050 bei den Emissionen die "Netto-Null" erreichen. Regierungen müssen handeln, die nächsten zehn Jahre werden im Kampf gegen den Klimawandel entscheidend sein, sagt Randeep Somel, Fondsmanager bei M&G Investments. Der Umbau der Wirtschaft dürfte tiefgreifende Folgen haben, für Unternehmen wie für Anleger. Die IEA nennt in ihrem Report zwar die Stromerzeugung mittels erneuerbarer Energien als wichtigsten Punkt, um die "Netto-Null" zu erreichen. Daneben plädiert sie aber für das Vorantreiben anderer sauberer Technologien wie Bioenergie oder Wasserstoff.

Auf Öl- und Gaskonzerne dürfte die Neuausrichtung der Wirtschaft einen besonders großen Effekt haben. Langfristig werden sie wohl immer strengeren Regeln unterworfen, was das Risiko für Investoren erhöht. Somel rechnet deshalb damit, dass Anleger zunehmend Kapital aus der Branche abziehen werden: "In dem Maße, in dem Investoren ihre Portfolios gemäß dem Pariser Abkommen CO2-bewusster gestalten, wird sich das Volumen des weltweit in diese Industrie fließenden Kapitals verringern", prophezeit er.

Investoren weisen Firmen den Weg
Kurzfristig dürften Öl und Gas eine wichtige Rolle als Übergangskraftstoffe spielen. Dadurch ergeben sich Chancen: "Das Engagement in Öl- und Gasunternehmen wird sehr wichtig bleiben", sagt Somel mit Blick auf die kurze Distanz. "Die Zukunftssicherheit dieser Unternehmen erfordert die aktive Beteiligung von Investoren, um die Überführung von Kapital und Investitionen in saubere Energie voranzutreiben und um den Firmen einen klaren Weg für die Rolle aufzeigen, die sie im Hinblick auf Netto-Null bis 2050 spielen."

Ungefähr ein Drittel der weltweiten Emissionen stammen, so der Experte, heute aus Tätigkeiten, die wahrscheinlich gar nicht elektrifiziert werden können. Das biete Chancen für Investitionen in umweltfreundlichere Energietechnologien wie grünen Wasserstoff, die von Öl- und Gaskonzernen umgesetzt werden könnten. (fp)