Der aktuelle Marktzyklus läuft bereits sehr lange. Robert M. Almeida, Investmentstratege bei MFS, sieht Anzeichen dafür, dass er sich allmählich seinem Ende zuneigt. "Wir glauben, dass wir uns zurzeit in der Endphase des Zyklus befinden", sagt er. "Deshalb halten wir eine sorgfältige Einzelwertauswahl und die Vermeidung von Fehlern für entscheidend."

In den 1990er- und 2000er-Jahren gab es bei Technologiewerten und Immobilien massive Übertreibungen. "Diesmal sind die Übertreibungen weniger offensichtlich", sagt Almeida. Es wird aber seiner Einschätzung nach immer klarer, dass Unternehmen zu stark darauf setzen, kurzfristige Investoren zufriedenzustellen. "Entsprechend wichtig ist es uns, in Aktien und Anleihen von Unternehmen mit nachhaltigen Cashflows, wertvollem geistigen Eigentum und hohen Markteintrittsschranken zu investieren", erklärt der MFS-Stratege.

Es kommt nicht auf die Länge an
Die Länge des Zyklus allein ist indes kein Risiko, sagt Almeida – auch wenn das viele Anleger glauben. "Die Märkte korrigieren aufgrund von Ungleichgewichten und nicht, weil der Zyklus in die Jahre gekommen ist", betont der Experte. "Entscheidend sind die Marktphase, in der wir uns befinden, und das Verhältnis von Risiko und Ertrag." (fp)