Allmählich ziehen am Wirtschaftshimmel Wolken auf, kommentiert James Swanson, Chefanlagestratege bei MFS Investment Management. Im zweiten Quartal hat sich die Weltkonjunktur leicht eingetrübt, das Wachstum in China, im Euroraum und in Japan hat nachgelassen. Auch die global abnehmende Liquidität, höhere Anleiherenditen sowie die weltweit steigende Verschuldung werfen einen Schatten auf die Börsen. "Aus meiner Sicht werden die Folgen davon im kommenden Jahr spürbar werden", so Swanson.

Die USA sind vom globalen Wachstumsrückgang bislang nicht betroffen. Der MFS-Stratege findet US-Aktien deshalb momentan interessanter als Papiere aus Europa und Japan. "Viele Small- und Mid-Caps profitieren vom steigenden Konsum und von niedrigeren Unternehmenssteuern", sagt er. Ermutigend findet Swanson zudem, dass die Kurs-Gewinn-Verhältnisse auf Basis der erwarteten Gewinne zuletzt gefallen sind.

Gechillt durch die Sommerflaute
Anleger sollten ihr Engagement in europäischen und japanischen Aktien verringern, rät Swanson. "Hier verschlechtert sich das Umfeld für Verbraucher und Anbieter gleichermaßen." In den USA macht zwar die Erholung des US-Dollars einigen Konzernen im S&P 500 zu schaffen. "Die meisten Unternehmen der breiter gefassten Indizes sind aber eher binnenorientiert. Ihnen dürften die schwache Inflation sowie niedrige, aber steigende Zinsen zugute kommen", so Swanson.

Investoren sollten in den kommenden Wochen Saisoneffekte im Auge behalten, sagt der Stratege. In den Sommermonaten entwickeln sich die Märkte meist seitwärts oder sogar leicht negativ. "In den Jahren mit Zwischenwahlen in den USA sind sie häufig gefallen", erklärt Swanson. "In solchen Jahren haben sie ihre Verluste in den letzten zwei Monaten des Jahres aber oft wieder aufgeholt." (fp)