Wenn die obersten Währungshüter der USA am Mittwoch (17. März) zusammenkommen, dürfte der rapide Anstieg der Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen das dominierende Thema ihrer Diskussionen sein. Im Vorfeld gab es bereits erste Stimmen, die eine Zinskurvenkontrolle der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) fordern, um den Staatsanleihemarkt wieder zu stabilisieren und die Volatilität zu reduzieren. Aber sollte die US-Notenbank schon bei einem Renditeniveau von etwa 1,5 Prozent eingreifen? 

Edgar Walk, Chefvolkswirt bei Metzler Asset Management, ist skeptisch. "Historisch lässt sich die Entwicklung der Rendite zehnjähriger Staatsanleihen gut mithilfe der Geldpolitik, des Inflationstrends und der Konjunkturerwartungen erklären", sagt er. Nach seinen Schätzungen liegt das angemessene Renditeniveau bei zwei Prozent in diesem und im nächsten Jahr. Sollte die Rendite zehnjähriger US-Treasuries tatsächlich auf dieses Niveau steigen, wäre die reale Rendite immer noch negativ. "Sie würde also kein Belastungsfaktor für die Staatsfinanzen werden", sagt Walk.

Keine Signale für baldige Intervention
Laut einer Bloomberg-Umfrage rechnen Volkswirte weltweit derzeit mit einer Inflationsrate von 2,4 Prozent im laufenden und von 2,2 Prozent im Jahr 2022. Die US-Notenbank dürfte deshalb ihrer Linie treu bleiben und die Notwendigkeit einer anhaltend akkommodierenden Geldpolitik hervorheben – jedoch keine Signale für eine bald anstehende Intervention am Staatsanleihemarkt senden. Nervös dürfte sie laut Walk erst bei Renditeniveaus jenseits der Zwei-Prozent-Marke werden. Erst dann werde die Fed ernsthaft erwägen, in den Staatsanleihemarkt einzugreifen. (fp)