Die Deutsche Börse hat eine Änderung im Dax verkündet. Der Transformatoren- und Turbinenhersteller Siemens Energy steigt am 22. März in das deutsche Index-Oberhaus auf, weichen muss dafür der Konsumgüterkonzern Beiersdorf. Während Siemens Energy schon jetzt von den neuen Indexregeln der Deutschen Börse profitiert, die als Reaktion auf den Wirecard-Skandal beschlossen wurden, verhindern eben diese den Aufstieg eines anderen aussichtsreichen Kandidaten. Der Kochboxenlieferant Hello Fresh scheiterte daran, dass Unternehmen, die in den Dax aufsteigen wollen, seit neustem für die beiden zurückliegenden Jahre einen Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen nachweisen müssen, berichtet das "Handelsblatt". Und das, obwohl die Hello-Fresh-Aktie bei Marktkapitalisierung und Börsenumsatz vor Siemens Energy liegt.

"Die Renovierung des Dax geht weiterhin kaum voran", sagt Marc Decker, Leiter für den Bereich Fondsmanagement bei der Privatbank Merck Finck. "Der Wechsel belegt einmal mehr, dass der Dax sich kaum in Richtung Digitalwirtschaft weiterentwickelt." Mit ein wenig mehr Bewegung rechnet der Anlageexperte erst im Herbst, wenn der Leitindex um zehn Titel auf 40 Mitglieder erweitert wird. Auch Hello Fresh dürfte dann in die Dax-Riege vorstoßen. "Doch insgesamt werden auch bei der Vergrößerung des Dax wieder die klassischen Branchen dominieren. Der Dax ist und bleibt ein Aktienindex der Old Economy", sagt Decker.

Spiegel der Wirtschaft
Das sei nur bedingt durch starre Regeln zu lösen. "Derzeit sind nun einmal die meisten Schwergewichte der deutschen Wirtschaft den eher klassischen Branchen wie etwa der Industrie zuzuordnen", sagt Decker. Erst, wenn sich das ändere und sich auch hierzulande mehr erfolgreiche und große Digitalunternehmen etablieren, werde sich auch der Dax wirklich weiterentwickeln. (fp)