Der wichtigste Wirtschaftssektor in Deutschland, die Industrie, kämpft im zweiten Jahresquartal mit einigen Schwierigkeiten. "Das Zugpferd lahmt", formuliert es Robert Greil, Chefstratege bei Merck Finck Privatbankiers. Die Industrieproduktion im zweiten Quartal lag 1,8 Prozent unter dem Durchschnitt des ersten. Vor allem die Autoindustrie zeigte sich nicht von ihrer besten Seite. Eine schwächelnde Wirtschaftsleistung sei da erwartbar – "allerdings verzerren auch Basiseffekte den Quartalsvergleich", sagt Greil.

Denn: Das erste Quartal war für die Automobilbranche vergleichsweise stark. Auch die Bauindustrie schnitt besonders gut ab – vor allem wegen der milden Wetterlage. "Der Rückgang der Wirtschaftsleistung im zweiten gegenüber dem ersten Quartal ist deswegen kein Drama, sondern ein weiterer Warnschuss", sagt der Chefstratege. Allerdings werde das deutsche Wachstum auch künftig schwächeln. Entwarnung gibt der Experte also nicht.

Deutsche Konjunktur bleibt schwach
Zwar liefe es in der Baubranche gut, doch deuteten mehrere Indikatoren auf eine Verschlechterung der Konjunktur hin: Die Aufträge in der Industrie gehen zurück, der Privatkonsum verliert an Stabilität und auch die Stimmung im Dienstleistungssektor ist pessimistisch. Nur das Ende des Handelskonflikts und eine Lösung für die Probleme der Autoindustrie könnten die Stimmung langfristig bessern, sagt Greil. (fp)