Die Coronakrise hat die Wirtschaft rund um den Globus lahmgelegt. Wie stark der Lockdown das Bruttoinlandsprodukt runtergedrückt hat, wird sich am Donnerstag (30. Juli) zeigen, wenn Deutschland und die USA ihre Schätzungen für das zweite Quartal 2020 veröffentlichen. Investoren müssen sich auf furchteinflößende Zahlen einstellen, glaubt Robert Greil, Chefstratege von Merck Finck. Um ihr Aktienportfolio müssen sie sich indes vorerst nicht sorgen. "Die Aktienmärkte werden wohl im Aufwind bleiben", sagt der Stratege.

Greil rechnet zwar damit, dass die konjunkturelle Erholung in Europa nur langsam vonstattengehen wird, in den USA dürfte sie virusbedingt sogar noch längere Zeit pausieren. Trotzdem gilt: "Dass der Markt zunehmend realisiert, dass die Zinsniveaus längerfristig extrem niedrig oder sogar negativ bleiben, unterstützt Aktien weiter", ist der Anlageprofi überzeugt.

Corona sorgt für Digitalisierungsschub
Er verweist außerdem darauf, dass es auch zahlreiche Gewinner der Coronakrise gibt. "Ohne Corona würden die fünf US-Technologie-Giganten heute kaum rund ein Fünftel der gesamten Wall-Street-Marktkapitalisierung ausmachen", sagt er. Homeoffice und Homeschooling hätten der Digitalisierung ebenso einen Schub verpasst wie der Anstieg der E-Commerce-Nutzung. "Solche sprunghaften Strukturveränderungen sind für unsere Anlagestrategie extrem wichtig." (fp)