Die Aufnahme von chinesischen Anleihen in den JP Morgan Government Bond Emerging Markets Global Diversified Index ist eine wichtige Entwicklungsstufe bei der Öffnung der chinesischen Kapitalmärkte, meint Teresa Kong von der Fondsgesellschaft Matthews Asia. Die Indexmacher vollziehen damit das rasante Wachstum des chinesischen Marktes für Lokalwährungsanleihen nach. Im April waren Papiere aus der Volksrepublik bereits in den Bloomberg Barclays Global Aggregate Bond Index aufgenommen worden.

Mit einem Nominalwert von 11,5 Billionen US-Dollar ist er der größte in Asien und hat Anfang 2019 den japanischen Markt überholt. Weltweit übertroffen wird das Volumen des Onshore-Renminbi-Marktes den Matthews-Experten zufolge nur noch von dem der USA. "Chinesische Lokalwährungsanleihen bieten eine attraktive Lösung in einer Welt, in der mittlerweile Anleihen mit einem Wert von rund 17 Billionen US-Dollar mit einer negativen Rendite gehandelt werden", ergänzt Kongs Kollege Wei Zhang.

China untergewichtet
Chinesische Staatsanleihen in Lokalwährung böten bei guter Bonität eine Rendite von drei Prozent bei zehn Jahren Laufzeit. Entsprechende US-Bonds bringen lediglich eine Rendite von 1,76 Prozent. Dennoch ist das Feld bislang weitgehend unbearbeitet. "Ausländische Investoren haben chinesische Anleihen bislang untergewichtet und besitzen derzeit nur rund 2,5 Prozent des Marktes", sagt Kong. Die Portfoliomanagerin zeigt sich daher zuversichtlich, dass die Aufnahme von China in die beiden großen Indizes die Ansichten vieler Investoren zu chinesischen Anleihen generell verändern wird. (fp)