Der US-Präsident hat Recht, wenn er Ungleichgewichte im internationalen Handel kritisiert, meint Star-Fondsmanager Mark Mobius. "Es muss mehr Ausgleich geben", sagt er im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" (SZ). Deutsche und Chinesen werden einen größeren Teil ihrer Produktion in die USA verlegen, prophezeit der 82-Jährige, der im Januar Franklin Templeton verlassen und mit zwei Partnern eine Investmentboutique für Schwellenländer-Anlagen gegründet hat.

Donald Trump greift vor allem multilaterale Abkommen an. Statt solcher Vereinbarungen strebt er bilaterale Deals mit einzelnen Handelspartnern an. "Bedeutet das, dass der Handel einbrechen wird? Nein", so Mobius. Dazu sei die gegenseitige Abhängigkeit aller Beteiligten zu groß. "Nicht alles, was Trump tut, wirkt sich negativ auf den Handel aus", betont Mobius.

Einstiegschancen in Schwellenländern
Der Ex-Franklin-Star ist wegen der jüngsten Einbrüche an den Aktienmärkten nicht beunruhigt. Im Gegenteil: Er sieht die Kursverluste in den Emerging Markets positiv. "Die einzige Ausnahme ist Indien, überall sonst ist der Ton negativ. Aber das sind gute Nachrichten für uns, weil wir Aktien zu niedrigen Preisen kaufen können."

Mobius weist darauf hin, dass die Aktienmärkte der Schwellenländer in der Vergangenheit nie länger als sieben oder acht Monate gefallen sind. "Deshalb ist es für uns eine gute Zeit zu investieren", sagt er. (fp)