Die Lage an den Finanzmärkten wird in naher Zukunft weiter angespannt bleiben, erwartet Nicolai Tangen, Fondsmanager des norwegischen Staatsfonds. Grund dafür sind die geopolitischen Folgen des Krieges in der Ukraine, argumentiert Tangen laut "Handelsblatt". Die Spannungen werden wahrscheinlich zu der "größten Veränderung seit 30 Jahren" führen: "Es besteht kaum ein Zweifel daran, dass die zunehmenden Reibungen zwischen den Supermächten und eine Umkehrung der Globalisierung die Märkte beeinflussen werden", zitiert die Zeitung den Fondsmanager. Zudem erschwert die hohe Inflation aus seiner Sicht die Vermögensanlage, insbesondere weil Zinsen aktuell niedrig und Aktien weiterhin teuer sind.

Der 1,2 Billionen schwere Staatsfonds hat in den vergangenen Monaten massiv an Wert verloren. Tangen konzentriert sich deshalb jetzt darauf, das Risiko einzudämmen. "Wir haben eine holprige Reise vor uns", sagt der Fondsmanager. Der Wert der russischen Aktien im Fonds, die Ende des Jahres 2021 rund 0,2 Prozent des Gesamtvolumens ausmachten, soll mittlerweile um mindestens 90 Prozent gefallen sein, berichtet das "Handelsblatt". Dennoch plant Tangen nicht, sie zu verkaufen, weil der Markt für diese Vermögenswerte im Moment nicht liquide ist. 

Erdölerträge auf Generationen verteilen
Der norwegische Staatsfonds ist der größte Staatsfonds weltweit. Er investiert Einnahmen aus dem norwegischen Öl- und Gassektor, um deren Erträge mit künftigen Generationen zu teilen. Der Großteil des Vermögens liegt in ausländischen Aktien, Anleihen, Immobilien und Erneuerbare-Energien-Projekten. (fp)