Die Zeit des extrem hohen Wachstums bei Nachfrage und Preis könnte im österreichischen Immobilienmarkt heuer zu Ende gehen. Der "Immobilien-Zukunfts-Index" des Maklernetzwerks Remax deutet an, dass Angebot, Nachfrage und damit auch die Preise geringer als in den vergangenen Jahren steigen. Diese Annahme basiert auf Einschätzungen von rund 560 Immobilien-Experten in ganz Österreich. Mit der Abflachung des Wachstums sei eine Normalisierung in Sicht, und der Markt gehe in Richtung Gleichgewicht, meinen die Remax-Geschäftsleiter Bernhard und Peter Reikersdorfer.

Die Marktteilnehmer erwarten, dass über alle Immobilientypen für Gesamtösterreich insbesondere im oberen Preissegment die Nachfrage erneut rückläufig sein wird und demzufolge die Preise "nur" um 1,5 Prozent steigen. Im mittleren und unteren Preissegment werden Preissteigerungen von 3,4 beziehungsweise vier Prozent erwartet. In beiden Bereichen könnte die Nachfrage heuer deutlich zurückgehen. Am stärksten, nämlich um 5,3 Prozent, sollen laut Prognose die Grundstückspreise steigen. Doch auch hier zeichnet sich eine Abschwächung des Anstiegs ab.

Wohnungsvermietung bringt immer weniger Ertrag
Interessant für renditenorientierte Investoren: Die Nachfrage nach Mietwohnungen in zentraler Lage soll zwar steigen, allerdings auf spürbar niedrigerem Niveau als noch in den Jahren zuvor. Bei den frei zu vereinbarenden Wohnungsmieten in Top-Lagen sollte daraus bei Neuvermietungen eine Steigerung von nur zwei Prozent möglich sein. Da die Kaufpreise immer noch schneller als die Mieten nach oben gehen, werden die Mietrenditen noch einmal nachgeben.

2019 war aus Remax-Sicht "ein sehr gutes Immobilienjahr". Die Makler rechnen mit über 125.000 Immobilien-Verbücherungen, wobei damit die Umsatzrekorde aus dem Jahr 2018 "wohl nicht ganz erreicht werden". Enddgültige Branchenzahlen für 2019 will man im März präsentieren. (ae)