Teure Energie- und Rohstoffpreise sowie unterbrochene Lieferketten halten die Inflationsraten hoch und sorgen bei Anlegern zunehmend für Nervosität. Die Angst vor steigenden Zinsen macht sich breit. "Zwar dürfte die Fed noch in diesem Jahr damit beginnen, die Asset-Käufe zu reduzieren , allerdings halten wir die derzeitige Markteinschätzung für anschließende Zinserhöhungen für zu aggressiv", beruhigt Eckhard Schulte, Fondsmanager bei Mainsky Asset Management. 

Die aktuelle Teuerung ist seiner Einschätzung nach primär auf eine Angebotsknappheit zurückzuführen. Geldpolitik könne jedoch nur im Falle überschüssiger Nachfrage reagieren – und davon sei nichts zu sehen. "Im Gegenteil, sowohl die bereits hohen Inflationsraten als auch die stark gestiegenen Energiepreise wirken wie eine Steuer auf Konsumenten und Unternehmen und dämpfen die Nachfrage", sagt Schulte. Demnach wird die ohnehin gedämpfte Nachfrage Zweitrundeneffekte verhindern und es den Notenbanken erlauben, weniger restriktiv zu agieren, als sie es zurzeit tun. 

Wachstumsaktien für die Aufwärtsbewegung
Die Risiken nach unten hält Schulte an der Börse für begrenzt und eine Aktienuntergewichtung aus Sorge vor steigenden Zinsen für unangemessen. Anlegern rät er hingegen, ihr Aktienengagement zu verstärken. Zwar dürfte die Volatilität an den Märkten in den kommenden Wochen noch steigen. Doch sobald die Notenbanken ihre aggressive Rhetorik aufgrund eines schwächeren Wachstums und nachlassendem Inflationsdruck wieder aufgeben, dürfte sich der Aufwärtstrend an den Aktienmärkten fortsetzen, so der Fondsmanager. Anlegern rät er in diesem Fall insbesondere zu Wachstumsaktien. (fp)