Die interne Aufsichtsbehörde der US-Notenbank Fed ermittelt eigenen Angaben zufolge gegen hochrangige Manager. Dabei sollen ethische wie auch rechtliche Fragen im Hinblick auf deren Finanzmarktgeschäfte überprüft werden. Darüber berichtet heute die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ). "Im Rahmen unserer umfassenden Überprüfung haben wir letzte Woche Gespräche mit dem Office of Inspector General for the Federal Reserve Board aufgenommen, um eine unabhängige Überprüfung einzuleiten", so ein Sprecher der Fed. "Dabei soll geklärt werden, ob die Handelsaktivitäten hochrangiger Beamter mit den Ethikregeln der Notenbank, aber auch mit dem Gesetz in Einklang standen."

Darüber hinaus hat die amerikanische Senatorin Elizabeth Warren die US-Börsenaufsicht SEC in der Causa eingeschalten. Konkret geht es dabei um eine Transaktion des stellvertretenden Fed-Chefs Richard Clarida aus dem Februar 2020. Clarida hatte private Wertpapiere im Wert zwischen einer Million und fünf Millionen Dollar umgeschichtet – aus Anleihefonds zu Aktienportfolios. Dies geschah offenbar einen Tag vor einer wichtigen Fed-Ankündigung, aufgrund der Pandemie am Markt intervenieren zu wollen.

"Grauenhaftes Urteilsvermögen"
Zwar gab ein Fed-Sprecher bekannt, dass die Umschichtung bereits seit Längerem geplant und von der Ethikkommission genehmigt worden war. Doch laut Warren spiegeln die Handelsaktivitäten ein "grauenhaftes Urteilsvermögen" und mangelndes Fingerspitzengefühl der Zentralbanker wider. Es gebe keine ethische Rechtfertigung dafür, sich in fragwürdigen Markttransaktionen zu verwickeln, während man Zugang zu geheimen Informationen habe, zitiert die FAZ die demokratische Senatorin. (fp)