"Die Tradition der Deutschen Bundesbank ist mit der Abschaffung der D-Mark erloschen", kommentiert Christoph Bruns, Vorstand der renommierten Investmentboutique Loys, die Demission von Bundesbankchef Jens Weidmann in seiner Kolumne auf "Capital.de". Die deutsche Notenbank sei heute eine überdimensionierte und zugleich unwichtige Bundesbehörde, in der allerlei Einsparungspotenzial stecke, so der Fondsmanager. 

Grund für den Bedeutungsverlust der Deutschen Bundesbank ist laut Bruns die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB), die sich seiner Einschätzung nach inhaltlich an der Banque de France ausrichtet. Das zeige sich etwa daran, dass mit Christine Lagarde schon zum zweiten Mal das EZB-Präsidentenamt von Frankreich besetzt wird, "während das mit weitem Abstand wirtschaftlich größte Land des Euroraumes keine entsprechende Repräsentanz gefunden hat", argumentiert Bruns.

"Die Minderheit der Klugen"
Bruns kritisiert weiter, dass sich die EZB heute primär mit der Finanzierung der Euro-Staaten beschäftige und kaum Interesse an Geldwertstabilität zeige. "Die Hartnäckigkeit, mit der die hohen Preissteigerungsraten derzeit ignoriert werden, spricht Bände", schreibt er. 

Trotzdem rät er Anlegern dazu, sich am Kurs der EZB zu orientieren und an der Hausse an den Aktien- sowie Immobilienmärkte teilzuhaben. Die größte Gefahr für "die Minderheit der Klugen", die auf dynamische Sachwerte setzen, sieht Bruns in der "Raffgier des Staates und seiner Steuersysteme". (fp)