Glänzende Zeiten für Investoren: Fast durch die Bank hinweg haben sämtliche Anlageklassen in den vergangenen Monaten zugelegt. "Man geht nicht fehl, wenn man darin eine gewisse Inflation der Vermögenswerte sieht", schreiben die Analysten des Vermögensverwalters Loys in ihrem aktuellen Marktbericht für Juni. Ein Grund für den Höhenflug: Die ultralockere Geldpolitik der Zentralbanken. Sie spiegelt sich den Analysten zufolge nicht so sehr in den Güterpreisen, sondern überwiegend in den Vermögenswerten wider. "Ein Ende dieser Entwicklung ist überhaupt nicht abzusehen", schreiben die Marktbeobachter.

Im Gegenteil: In den USA bemüht sich US-Präsident Donald Trump, die dortige Notenbank auf Linie zu bringen, und in der Eurozone ist vor Kurzem mit Christine Lagarde eine Frau für den Posten des EZB-Vorsitzes nominiert worden, die als große Befürworterin einer lockeren Geldpolitik gilt. "Als die Nachricht von der Ernennung Lagardes auf die Bondmärkte traf, kam es sogleich zu signifikanten Kursgewinnen für Staatsanleihen", schreiben die Marktbeobachter.

Aktiensparen ist alternativlos
Für Frankreich und die Südstaaten Europas sei es ein fantastischer Erfolg, das wichtigste Amt des Währungsgebietes erneut nach Frankreich zu vergeben. Sparer dagegen müssen sich langsam mit dem Gedanken vertraut machen, dass die negativen Realzinsen zum Dauerzustand werden. Loys-Starmanager Christoph Bruns hält Aktiensparen ohnehin für alternativlos als Altersvorsorgelösung. Diese Anlageform müsste hierzulande dringend gefördert werden, sagte er unlängst im Interview mit FONDS professionell.

"Fakt ist, dass Deutschland durch die Fehlallokation in festverzinsliche Geldanlagen verglichen mit anderen Ländern in der Vermögensstatistik schlecht dasteht und weiter zurückfällt", erklärte Bruns. "Damit wir nicht direkt in eine Krise der Altersversorgung schlittern, müsste die Bundesregierung in dieser Situation Anreize für das Aktiensparen setzen". Das sei allerdings nicht zu erwarten. (fp)