An der Themse zeichnet sich eine Trendwende auf dem Immobilienmarkt ab. Büros in zentralen Lagen Londons könnten im laufenden Jahr bis zu zehn Prozent an Wert verlieren, prognostiziert Simon Wallace, Spezialist für Alternative Investments bei der DWS. Die kurzfristige Nachfrage nach Büros sei wegen des Corona-bedingten Homeoffice-Booms gesunken, zitiert das "Handelsblatt" den DWS-Manager. Viele Firmen warten wohl erst einmal ab, wie sich die Pandemie weiter entwickelt, ehe sie neue Büroflächen anmieten. In den teuersten Lagen der City dürfte diese Entwicklung die Mieten um zirka acht Prozent drücken und die Renditen von Immobilienanlegern schmälern.

Wallace rechnet damit, dass sich die Immobilienpreise in den Londoner Bestlagen im kommenden Jahr stabilisieren und 2022 wieder steigen. Dazu trägt seiner Einschätzung nach bei, dass es in der britischen Hauptstadt nur wenige Immobilienentwicklungsprojekte gibt – und dass Büros immer noch höhere Renditen abwerfen als Bonds. "Wenn man sich die Bepreisung in London im Vergleich zu anderen Teilen Europas und insbesondere im Vergleich zu Staatsanleihen anschaut, dann sieht das sehr attraktiv aus", sagt der Experte. Auf Fünfjahressicht erwarten die DWS-Analysten die höchsten Renditen im Logistik-Bereich, gefolgt von Mietwohnungen. Bei Einzelhandelsimmobilien bleiben die Aussichten dagegen düster. (fp)