Facebook muss bei seiner geplanten Digitalwährung Libra weitere schmerzhafte Rückschläge hinnehmen. Nachdem vergangene Woche auch Paypal seinen Ausstieg bekannt gab, haben sich mit der Online-Handelsplattform Ebay, den Kreditkartenriesen Mastercard und Visa sowie dem Bezahldienst Stripe gleich vier große Unternehmen aus der Libra Association zurückgezogen. Als Grund für den Rückzug deutete Visa an, dass die Entscheidung mit dem Widerstand von Politikern und Regulierern zu tun habe. Eine künftige Beteiligung an dem Projekt werde laut Visa unter anderem davon abhängen, ob die Libra Association "alle notwendigen regulatorischen Erwartungen völlig zufriedenstellen" könne.

Für Libra-Projektmanager David Marcus bedeutet der Abgang der Partner jedoch keinesfalls das Ende der Kryptowährung. "Natürlich sind das keine großartigen Nachrichten auf kurze Sicht, aber in gewisser Weise ist das auch befreiend", so Marcus. Denn wenn sich so viel Druck aufbaue, sei klar, dass man an etwas dran sei. Er bezog sich damit auf die massive Kritik von Politikern und Behörden – vor allem aus den USA und Europa – und den damit verbundenen regulatorischen Widerstand.

Facebook-Vorstandsvorsitzender Mark Zuckerberg soll am 23. Oktober 2019 vor einem Ausschuss des Abgeordnetenhauses aussagen. Mit der Gremium-Vorsitzenden Maxine Waters trifft Zuckerberg dabei auf eine der frühesten Kritikerinnen des Projekts. Sie hat Facebook bereits im Juni aufgefordert, die Libra-Entwicklung so lange zu stoppen, bis sich der Kongress und die Regulierer intensiv damit auseinandergesetzt haben. (mb)