Der spektakuläre Aufstieg und Fall der Gamestop-Aktie war für die betroffenen Hedgefonds und Aktionäre hochrelevant. Der Gesamtmarkt blieb von den Ereignissen bislang aber relativ unberührt. Doch das muss nicht so bleiben, glaubt Emiel van den Heiligenberg, Leiter der Asset Allocation bei Legal & General Investment Management (LGIM). Er sieht drei Wege, wie die Bewegung für den Gesamtmarkt wichtig werden könnte.

Erstens gibt es Anzeichen dafür, dass Hedgefonds in den letzten Tagen ihr Bruttoengagement am Markt reduziert haben. Das sei zwar angesichts der gestiegenen Volatilität nicht weiter überraschend, sagt van den Heiligenberg. Doch die Zahl der Aktien, deren Kurse durch Privatanleger beeinflusst werden, könnte größer sein als bisher angenommen – darauf deutet zumindest das Handelsvolumen einiger weniger Aktien wie Gamestop hin. "Das würde eine umfassende Änderung des Risikomanagementansatzes rechtfertigen", sagt der Experte.

"Bullishe" Privatanleger
Zweitens sind Beobachter der Meinung, dass die jüngsten Aktivitäten Marktmanipulationen darstellen könnten. Deshalb hält van den Heiligenberg regulatorische Schritte wie Margin-Limits oder eine Beschränkung des Zugangs zu Optionen für möglich. 

Drittens ist die verstärkte Beteiligung von Privatanlegern an den Aktienmärkten dem Experten zufolge ein typischer Nebeneffekt von Bullenmärkten – vor allem, wenn sie in Blasen überschießen. Bislang scheint aber nur ein Teil dieser Gruppe involviert zu sein, während die traditionellen Private-Banking- und Vermögenskunden keine nennenswerten Beträge in Aktien umgeschichtet zu haben scheinen. "Es bleibt also noch Potenzial für die verstärkte Beteiligung von Privatanlegern." (fp)