Alberto Fernández hat die Präsidentschaftswahl in Argentinien wie erwartet gewonnen, mit 48 Prozent der Stimmen gegenüber seinem Kontrahenten und Vorgänger Macri mit einem Stimmenanteil von 40,5 Prozent allerdings knapper als prognostiziert: "Überraschenderweise schnitt Macri besser ab als zunächst erwartet", sagt Uday Patnaik, Leiter Emerging Market Debt bei Legal & General Investment Management (LGIM). Der Vorsprung von Fernández verringerte sich auf 7,5 Prozent, was für Macri eine deutliche Verbesserung gegenüber den Vorwahlen bedeutete.
 
Weitere positive Nachricht aus Sicht des Analysten: "Die einleitende Rede von Fernández wurde als moderat empfunden“, sagt Patnaik. "Eindeutig als positiv zu bewerten ist das womöglich heute stattfindende Treffen zwischen Macri und Fernández, um den Regierungswechsel einzuläuten.“

"Checks and Balances" könnten Politik mäßigen
Zudem sieht der Analyst den Ausgang weiterer Wahlen in Argentinien, insbesondere um das Bürgermeisteramt der Stadt Buenos Aires und der Gouverneurswahl in Buenos Aires, mit Zuversicht: "Obwohl Fernández immer noch den Senat kontrolliert, kann man von einer beinah gleichmäßigen Sitzverteilung im Kongress sprechen", sagt Patnaik. So scheine es eine gewisse "Checks and Balances" zwischen beiden Lagern zu geben, die möglicherweise die Politik mäßigen könnten. 

Argentinien verschärfte zudem am späten Sonntag (27. Oktober) nach dem Wahlsieg Fernández die Kapitalverkehrskontrollen. Nun bilden 200 US-Dollar pro Monat das Maximum, das über Bankkonten transferiert werden darf. Zuvor lag der Wert bei 10.000 US-Dollar pro Monat. "Auch dies stellt keine größere Überraschung nach der Wahl dar", sagt Patnaik. (fp)