Forscher rund um den Globus kämpfen gegen das Coronavirus Sars-CoV-2. Dabei könnten sie Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) bekommen, sagt Rolando Grandi, Fondsmanager bei La Financière de l'Échiquier (LFDE). Als Beispiel nennt er einen semantischen Analyse-Algorithmus des Allen Institute for AI in Seattle: Dieser ist in der Lage, wissenschaftliche Publikationen zum Coronavirus aus der ganzen Welt zu analysieren. "Auf diese Initiative wurde die US-Regierung aufmerksam, die mehrere Forschergruppen dazu aufgerufen hat, sich ihr anzuschließen", erklärt Grandi.

Unternehmen wie Healthmap aus Boston und Metabiota aus San Francisco hatten dank ihrer Algorithmen früh vor dem Ausbruch der Epidemie gewarnt. Ihre Warnungen blieben zwar zunächst folgenlos. Sie verdeutlichten aber die Prognosekapazitäten von KI, betont der LFDE-Manager. "Flankiert durch konkrete Aktionen könnten sie in Zukunft die Widerstandsfähigkeit unserer Gesellschaften und Volkswirtschaften verbessern", sagt er. Grandi ist überzeugt: Auch zur Eindämmung der aktuellen Pandemie kann KI einen bedeutenden Beitrag leisten.

Effiziente Forschung dank starker Technik
Die Forschung kann sich bei ihrem Kampf gegen das Virus auch Technologien zunutze machen, die überhaupt erst zur Entwicklung von KI geführt haben. Konkret nennt Grandi hier Cloud Computing und Grafikprozessoren (GPUs). "Dank Cloud Computing ist Rechenleistung heutzutage über das Internet verfügbar, sodass Forschungszentren keine gigantischen Rechenzentren für die Simulation von Molekülen und die Erforschung des Coronavirus mehr benötigen", erklärt er. 

Moderne GPUs beschleunigen wiederum KI-Algorithmen und die Simulationssoftware, die Forscher unter anderem für die Analyse des Coronavirus und für die Entwicklung von Medikamenten und Impfstoffen einsetzen. (fp)