Gerade großen Unternehmen wie dem Kosmetikkonzern L‘Oréal nimmt man ihr nachhaltiges Engagement nicht so schnell ab. Der Verdacht des "Green Washing" ist dann schnell bei der Hand – vor allem, wenn viele Produkte in Plastik eingepackt sind. Tatsächlich tut L'Oréal viel in Sachen Nachhaltigkeit. Fondsmanager von Impact-Fonds sollten das Kosmetik-Unternehmen also durchaus bei ihrer Anlageentscheidung berücksichtigen, finden Olivier de Berranger und Coline Pavot, der Investment-Chef und die Leiterin des ESG-Research-Teams bei der französischen Fondsgesellschaft La Financière de l'Échiquier (LFDE). "L‘Oréal engagiert sich seit Langem für die Minderung der Umweltauswirkungen seiner Produkte", sagen die beiden Finanzprofis. Insgesamt 964 Millionen Euro investierte L'Oréal allein im Jahr 2020 in ökologische Verpackungen und natürliche Inhaltsstoffe. 

Es ist jedoch nicht das nachhaltige Engagement allein, das den Branchenprimus L'Oréal für Investoren interessant macht. Allein "durch seine Größe beeinflusst das weltweit führende Unternehmen im Bereich Kosmetik seine Lieferanten und übt Druck auf seine Konkurrenten aus", sagen die beiden Finanzexperten de Berranger und Pavot. Viele Lieferanten, möglicherweise die gesamte Branche, könnte sich von solchen Marktführern beeinflussen lassen, so ihr Argument. "Diese indirekte Wirkung ist ebenso stark, wenn nicht sogar noch stärker als die direkte Wirkung durch seine Produkte und Dienstleistungen", vermuten sie. Impact-orientierten Anlegern raten de Berranger und Pavot, Investments auch anhand ihres Einflusses auf die jeweilige Branche zu prüfen. So ließen sich interessante Anlagemöglichkeiten identifizieren, deren Wirkung oft unterschätzt, aber trotzdem bedeutend ist. (fp)