Vor kurzem hat die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) den Leitzins zum dritten Mal in Folge gesenkt. Das Ziel: die schwächelnde US-Konjunktur am Laufen halten. Dabei war das US-Bruttoinlandsprodukt (BIP) im vergangenen Quartal lediglich um 0,1 Prozentpunkte auf 1,9 Prozent gesunken, berichtet Olivier de Berranger, Chefanlagestratege bei La Financière de l’Echiquier (LFDE). Er ist überzeugt, dass der US-Wirtschaft keineswegs die Puste ausgeht: "In Summe lässt sich der Zustand des BIP mit dem Bild eines Patienten vergleichen, der bei guter Gesundheit ist, jedoch Stimmungsschwankungen aufweist", sagt de Berranger.

Weitere Zinssenkungen der Fed hält der Chefanlagestratege in diesem Umfeld für unnötig beziehungsweise sogar für sinnlos: "Warum weitere Medikamente verabreichen, wenn es keine sichtbaren Symptome gibt?", fragt de Berranger. Aus Sicht des Chefanlagestrategen leidet der Patient USA nicht an Konjunkturschwäche, sondern unter Hypochondrie.

De Berranger: Die Fed hat alle Ziele erreicht
Die Fed habe damit alle ihre Ziele erreicht, sagt der LFDE-Chefstratege: In den USA herrscht annähernd Vollbeschäftigung. Statistiken weisen in Richtung des Inflationsziels von zwei Prozent. Und der aktuelle Zinssatz gewährleistet Unternehmen und Investoren ausreichend lockere finanzielle Bedingungen. Dennoch erwarten Marktteilnehmer eine weitere Zinssenkung. (fp)