Für Investoren (und solche, die es werden könnten) kommen aus der Realwirtschaft gute Nachrichten: So ist der Stand des Ifo-Geschäftsklimaindex für Mai auf 79,5 Punkte gestiegen. Besser ist auch der Vormonatswert. Dieser wurde von 74,3 auf 74,2 Zähler revidiert. Der Anstieg beruht auf einer starken Zunahme des Erwartungsindex, der von 69,4 auf 80,1 stieg. Darüber berichtet das Research der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW).

Investoren hätten mit diesen guten Zahlen rechnen dürfen: Wurde der Mai-Beginn noch von der Lockerungsdiskussion beherrscht, gab es vor allem im Bereich Dienstleistungen und Einzelhandel tatsächlich einige Aufhebungen der behördlichen Verordnungen. Der Lageindex ist demgegenüber nochmals leicht von 79,4 auf 78,9 gesunken. 

Bodenbildung in Arbeit
Angesichts der massiven Rückgänge der Vormonate darf man laut LBBW-Research hier durchaus von einer Bodenbildung der Lage reden. Entsprechend sieht auch das Ifo-Institut "Licht am Ende des Tunnels", freilich ohne sich auf die Länge des Tunnels festlegen zu wollen. Weiterhin rechnet das Institut für das zweite Quartal mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung gegenüber dem Vorquartal im zweistelligen Prozentbereich.

Deutschland: Ifo-Geschäftsklima, Salden der Wirtschaftszweige

Noch sind die Salden im Minus
Mit Blick auf die Salden der Wirtschaftszweige lässt sich dem LBBW-Research zufolge dieser Pessimismus nachvollziehen. Ungeachtet eines Anstiegs in allen Branchen sind die Salden weiter tief im Minus, signalisieren also rückläufige Aktivität. Am vergleichsweise besten schlägt sich die Bauwirtschaft. Hier dürfte wohl als Allererstes wieder mit einer Ausweitung der Produktion zu rechnen sein. Die meisten Sorgenkinder seien weiterhin in Handel und Gastronomie zu finden. "Das verarbeitende Gewerbe meldet erhebliche Auftragslücken für Investitionsgüter. Bei den Industrieunternehmen ist also weiter äußerste Vorsicht angesagt", erklärt das LBBW-Research abschließend. (aa/ps)