Die Investmentstrategen von J.P. Morgan Asset Management schauen in ihrem langfristigen Kapitalmarktausblick durchaus optimistisch auf die kommenden zehn bis 15 Jahre. "Die wirtschaftliche Landschaft verändert sich spürbar", schreiben die Experten in der 30. Ausgabe der "Long-Term Capital Market Assumptions" (LTCMA) des Hauses. "Doch vieles, was Anlegerinnen und Anleger derzeit beunruhigt, dürfte aus unserer Sicht hinter den langfristigen Lichtblicken verblassen, die sich bereits am Horizont abzeichnen."

Robuste Anlageerträge mit klassischem Aktien-Anleihen-Portfolio
Auch nach einem Jahr kräftiger Kursgewinne an den Aktienmärkten zeigten sich die Anlageerträge weiterhin robust. "Solide Unternehmensgewinne kompensieren die hohen Bewertungen globaler Aktien, während höhere Laufzeitrisikoprämien die Renditeerwartungen für Anleihen anheben", so die Experten. Sie prognostizieren für ein globales 60/40-Portfolio aus Aktien und Anleihen – wie schon bei der 29. Ausgabe – langfristige Erträge von im Schnitt 6,4 Prozent jährlich in US-Dollar.

Globale Aktien dürften sich ungefähr verdoppeln
"Wir sind sehr von der Rentabilität der US-Unternehmen überzeugt, erkennen jedoch die Auswirkungen hoher Bewertungen und eines schwächeren US-Dollar an", erläutern die Strategen. Währungseffekte böten Dollar-basierten Anlegerinnen und Anlegern bei internationalen Aktien Rückenwind. Gleichzeitig lenkten sie die Aufmerksamkeit von Anlegerinnen und Anlegern außerhalb des Dollar-Raums auf die Währungsabsicherung. "Angesichts starker Investitionen und stabiler Gewinne dürften sich globale Aktien in unserem Prognosezeitraum ungefähr verdoppeln", heißt es.

Gute Aussichten für Staats- und Unternehmensanleihen
"Eine höhere Inflationsvolatilität prägt unseren Konjunkturausblick und treibt unsere prognostizierten Erträge für erstklassige Anleihen in die Höhe", schreiben die Strategen. Aufgrund höherer Anfangsrenditen und steilerer Zinskurven sehen sie "die besten Aussichten für mittelfristige Staatsanleihen seit der globalen Finanzkrise". Der Markt für Unternehmensanleihen bleibe stabil, da höhere risikofreie Renditen die engen Spreads rechtfertigten.

Alternative Anlagen beimischen
"Mit der Beschleunigung des Investitionszyklus wächst auch das Potenzial, Alpha zu erzielen", meinen die Experten. Private Financial Assets und Hedgefonds seien gut aufgestellt, um davon zu profitieren, während Sachwerte angesichts der steigenden Inflationsvolatilität attraktive Ertragschancen böten. Zum Beispiel steigere eine 30-prozentige Allokation in diversifizierten alternativen Anlagen in einem "60/40+"-Portfolio die Erträge auf 6,9 Prozent und verbessere die Sharpe Ratio um ein Viertel. (ohm)


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