Das Fintech-Unternehmen Robin Hood muss sich dem Vorwurf der Marktmanipulation stellen. Im August hat ein Gericht eine diesbezügliche Sammelklage mehrerer Anleger zugelassen, wie die österreichische Kapitalanlagegesellschaft Erste Asset Management in einem Blogbeitrag berichtet. Auch andere Handelsplattformen wie E-Trade, TD Ameritrade, Charles Schwab und Fidelity sehen sich mit Vorwürfen konfrontiert.

Bei der Robin-Hood-Klage geht es um sogenannte Meme-Stocks. Das sind wenig bekannte Aktien von Nebenwerten, die durch konzertierte Kaufaktionen aus den sozialen Medien plötzlich enorm an Wert gewinnen und genauso schnell wieder abstürzen. Eine Ursache dafür: Als Reaktion auf die hohen Umsätze und Kurskapriolen der Titel hatten Finanzdienstleister zeitweise Handelsbeschränkungen eingeführt, die hohe Nachfrage also nicht mehr bedient. Daraufhin stürzten Kurse der betroffenen Aktien teilweise ab. Kläger sind nun Anleger, die wegen der Handelsbeschränkungen Verluste gemacht haben.

Ryan Cohen bringt die Bed-Bath-&-Beyond-Aktie zum Absturz
Gegen den aktivistischen Investor Ryan Cohen stehen zudem Manipulationsvorwürfe im Raum. Er hatte im März in den Einzelhändler Bed Bath & Beyond investiert. Als er bekanntmachte, Call-Optionen zum Kauf weiterer Aktien erworben zu haben, löste er einen Run auf das Unternehmen aus. Der Wert vervierfachte sich bis August. Im gleichen Monat veräußerte er Anteile in Höhe von 178 Millionen US-Dollar und realisierte so einen Gewinn von 68 Millionen Dollar.

Als das publik wurde, stürzte der Meme-Stock ab. Geschädigte Privatanleger und professionelle Investoren werfen ihm jetzt Kursmanipulation vor. Experten gehen davon aus, dass Börsenaufseher den Handel über soziale Medien künftig mehr regulieren werden, um Privatanleger zu schützen, wie es im Blogbeitrag der Erste AM heißt. (fp)