Mike Winkelmann, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Beeple, hat die Kunstszene in Aufruhr versetzt. Sein digitales Kunstwerk "Everydays – The First 5000 Days" erzielte im Auktionshaus Christie's einen Preis von unglaublichen 60,25 Millionen US-Dollar, in voller Höhe ausgezahlt in der Kryptowährung Ether. Das machte Winkelmann alias Beeple auf einen Schlag zum teuersten lebenden Künstler nach Jeff Koons und David Hockey, berichtet der "Tagesspiegel". 

Das Besondere an der Transaktion war, dass der Käufer – ein indischer Krypto-Unternehmer – das digitale Bild theoretisch auch einfach hätte nachbauen können. Denn dabei handelt es sich um eine Collage aus 5.000 kleinen Bildern, verbunden zu einer JPEG-Datei mit 21.069 mal 21.069 Pixeln. Beeple hatte das Kunstwerk zuvor auf seinem Instagram-Kanal veröffentlicht. 

Neuer Vertriebsweg für Künstler
Verkauft wurde das Kunstwerk als sogenannter Non-Fungible Token, kurz: NFT. Über ein digitales Zertifikat, das auf der Blockchain-Technologie basiert, wird der Käufer als Besitzer der Original-Datei definiert. Das soll digitale Kunst handelbar und fälschungssicher machen. Die Technologie der nicht-austauschbaren Tokens gibt es bisher nur in der Ethereum-Blockchain, bezahlt wird entsprechend mit der Kryptowährung Ether. 

Für Künstler und Galeristen könnte sich die NFT-Welt als neuer Vertriebsweg entpuppen, schreibt die Zeitung: Skulpturen und Leinwände erst analog anbieten und anschließend eine digitale Version des Werks als NFT verkaufen. Digitale Kunstwerke könnten beim derzeitigen Krypto-Boom sogar mehr einbringen als analoge Werke – vorausgesetzt, der Kurs der Kryptowährung, in der die NFTs gehandelt werden, bleibt stabil auf hohem Niveau. (fp)