Die Gretchenfrage für Fondsanleger lautet: Wie gut ist der Manager oder das ihn umgebende Team des Portfolios, in das sie investiert haben? Die Leistung des Managers hängt von vielen Merkmalen und Faktoren ab, wie etwa Ausbildung oder auch das Alter. Ein anderer wichtiger Faktor ist der Zeitpunkt, an dem sie ihre Karriere starten: Wenn sie während einer ausgeprägten Rezession die ersten Schritte taten, erzielen sie insgesamt höhere Renditen als jene, die in wirtschaftlich besseren Zeiten begonnen haben. Fällt der Berufsstart in eine Krise, zeichnen sich diese Profis als gute "Markttimer" aus, weil sie sich auf defensive Titel konzentrieren. 

Das ist das Kernergebnis der Studie "Recession managers and mutual fund performance", die Meziane Lasfer, Professor für Finanzen an der Londoner Business School (ehemals Cass), und seine Koautoren von der Universität Leeds, der Universität Southampton und der Universität Shanghai erstellt haben und die in der Augustausgabe (2021) des Journal of Corporate Finance erschienen ist. Basis der Untersuchung sind die Profile von mehr als 960 Managern, die über einen Zeitraum von 26 Jahren aus der Morningstar-Direct-Datenbank entnommen wurden.

"Rezessions-Manager" lenken größere Fonds
Demnach hat der Karrierestart unter schwierigen Bedingungen noch andere positive Effekte: So sind Fonds, die von so genannten "Rezessionsmanagern" gesteuert werden, auch volumenmäßig größer, weisen höhere Mittelzuflüsse auf und sind stärker in Einzeltitel konzentriert als die Fonds von "Nicht-Rezessionsmanagern". Die Produkte zeichnen sich auch durch niedrigere Kosten und eine geringeren Umschlagshäufigkeit aus. Will heißen: Krisenerprobte Fondsverantwortliche bleiben ihren Überzeugungen treu und hängen ihr Fähnlein nicht nach dem Wind, auch wenn's wieder mal stürmisch wird. (jb)