2009 sagten bei der Sparstudie der Erste Bank und Sparkassen noch 56 Prozent, dass sie für Alters- oder Pflegevorsorge sparen. 2018 sind das nur noch 41 Prozent. Dafür geben heute 34 Prozent an, dass sie Geld für Urlaubsreisen auf die hohe Kante legen. 2009 waren das deutlich weniger, nämlich nur 22 Prozent. Auch Anschaffungen für Haus, Wohnung, Auto, Renovierungen, oder kleinere Konsumartikel haben in der Beliebtheit leicht zugelegt. Thomas Schaufler, Privatkundenvorstand der Erste Bank nennt es "alarmierend (…) dass Altersvorsorge so stark aus dem Fokus der Österreicher rückt".

Immerhin hat der gesamte Sparbetrag zugenommen. Er liegt aktuell bei 245 Euro. Im Jahr 2009 waren es noch 155 Euro (plus 58 Prozent). Vieles davon, geht auch ganz offensichtlich weiterhin auf Sparbücher; das zeigen die Zahlen der Nationalbank (OeNB): Das Gesamtvolumen der Retail-Einlagen beläuft sich derzeit auf 254,3 Milliarden Euro, 2009 waren es noch 205,7.

Wertpapiere legen am kräftigsten zu
Dass die Sparzinsen seit vielen Jahren deutlich unter der Inflationsrate liegen, daran scheint man sich gewöhnt zu haben. Das Sparbuch (80 Prozent, zwei Prozentpunkte mehr als 2009, legen das Geld dort an) bleibt die beliebteste Sparform der Österreicher. Einen Bausparer haben 60 Prozent (plus zwei Prozentpunkte), 44 Prozent lassen ihr Geld am Girokonto liegen.

Die deutlichste Entwicklung machten aber die Wertpapiere. Sie legten in der Beliebtheit auf 28 Prozent (plus elf Prozentpunkte) zu. "Das ist eine Entwicklung, die absolut notwendig ist", so Schaufler. Als Liquiditätsreserve werden rund drei Netto-Monatsgehälter am Sparbuch empfohlen. "Den Rest sollte man so veranlagen, dass die Inflation ausgeglichen ist und am Ende ein Plus übrig bleibt. Und das geht zurzeit nur mit Wertpapieren", sagt Schaufler.

Zinsen noch lang unter der Inflation!
Gudrun Egger, Head of Major Markets und Credit Research, ergänzt mit Blick auf die EZB-Pläne: "Selbst wenn die Zinsen im Herbst 2019 beginnen zu steigen, werden weitere Zinsschritte voraussichtlich nur langsam erfolgen und moderat ausfallen". Ein Niveau von zwei bis drei Prozent bei kurzfristigen Einlagezinsen für private Haushalte sei innerhalb der kommenden drei Jahre kaum absehbar. "Damit bleiben kurzfristige Zinsen noch länger unter der österreichischen Inflationsrate", so Egger.

Für die Studie interviewte das Imas Institut im Auftrag der Erste Bank und Sparkassen österreichweit zwischen 25. Juni bis 11. Juli 2018 900 Personen ab einem Alter von 15 Jahren. (eml)