Die Volatilität ist zurückgekehrt an die Aktienmärkte. Die Marktschwankungen haben zuletzt deutlich zugenommen. Das habe damit zu tun, dass sich Anleger fragen, was die Delta-Variante des Coronavirus und das Zurückfahren der geldpolitischen Unterstützung durch die Fed für das Wirtschaftswachstum bedeuten, sagt Talib Sheikh, Strategie-Chef von Jupiter Asset Management (Jupiter AM). Seiner Einschätzung nach sind die Aussichten für Aktien aber weiterhin gut. "Wir glauben, dass die Rally an den Märkten noch einige Zeit anhalten kann", sagt er.

Sheikh führt für seine Prognose mehrere Gründe an. Der erste: Die hohen Rücklagen vieler Bürger dürften dem Konsum bis Jahresende kräftigen Rückenwind verschaffen. "Was uns außerdem davon abhält, zu pessimistisch zu werden, ist die Tatsache, dass die realen Renditen immer noch auf Mehrjahrestiefs liegen, was bedeutet, dass die Märkte weiterhin gut unterstützt werden", erklärt der Stratege. Schwankungen nach unten werden schnell wieder aufgefangen – ein Muster, das sich angesichts der umfangreichen Ersparnisse in der Bevölkerung vieler Länder fortsetzen dürfte.

Geldpolitik bleibt expansiv
Als größtes Risiko nennt der Jupiter-AM-Experte die Inflation, die sich als hartnäckiger erweisen könnte, als den Zentralbanken lieb ist. "Das könnte die Fed dazu veranlassen, eine restriktivere Haltung einzunehmen", sagt Sheikh – gibt aber zugleich Entwarnung: "Wir glauben nicht, dass dies der Fall sein wird." Die US-Notenbank dürfte trotz mutmaßlichen Tapering-Beginns im November oder Dezember bis weit ins nächste Jahr hinein sehr günstige Bedingungen für Aktieninvestoren schaffen. (fp)