Um die Öffnungsschritte der Wirtschaft zu unterstützen, haben Notenbanken ihre Druckerpressen angeworfen und Zinsen weiter gelockert. Gleichzeitig könnten neue Virusvarianten eine schnelle Rückkehr zur Normalität doch noch verhindern. Auf jede restriktive Äußerung der US-Notenbank Fed folgt eine mit expansivem Tenor, sagt Ned Naylor-Leyland, Strategiechef Gold & Silber bei Jupiter Asset Management. Sein Rat: "In diesem komplexen Szenario ist es wichtig, dass Investoren ihre Optionen genau prüfen."

In einem solchen Umfeld mit widersprüchlichen Signalen gelten Gold und Silber als sichere Häfen für Anleger. Nachdem Silber in den ersten sechs Monaten des Jahres 2021 die Nase vorn hatte, erscheint Gold jetzt nach Ansicht des Strategen als besonders interessant. Der Goldpreis liegt immer noch deutlich unter seinem im vergangenen Jahr verzeichneten Höchststand und hat damit das größere Wachstumspotenzial, erklärt Naylor-Leyland. Derzeit könnte somit ein guter Einstiegszeitpunkt sein.

Potenzielle Treiber 
Ein Faktor für eine künftig bessere Performance von Gold könnte nach Ansicht des Experten sein, dass sich der Inflationsdruck doch noch verfestigt. Dann würden die Märkte entsprechend zurückrudern und sich neu positionieren. Als zweiten Faktor nennt Naylor-Leyland die Möglichkeit eines neuen Narrativs der US-Notenbank Fed. Die grassierende Delta-Variante könnte die Fed dazu veranlassen, noch mehr Geld zu drucken – was die Inflation weiter ankurbeln würde. "Wenn die Zentralbanken noch mehr Geld in die Märkte pumpen sollten, könnten sich die Anleger von Bargeld und Anleihen abwenden und in Sachwerte umschichten", rät der Goldexperte. (fp)