Das Jahr 2022 könnte positive Nachrichten für Aktien aus Schwellenländern bereithalten, meint Nick Payne, Stratege für Emerging Markets bei Jupiter Asset Management. "Wenn die Impfprogramme der Schwellenländer aufholen, werden sich ihre Volkswirtschaften schnell wieder öffnen, was ihre Aktienmärkte stark unterstützen könnte." Während die meisten Industrieländer ihre Bevölkerung rasch gegen Covid geimpft und ihre Wirtschaft wieder geöffnet haben, hinken viele Schwellenländer noch hinterher.

Die Exporte aus südostasiatischen Ländern wie Indonesien, Malaysia, Thailand, Vietnam und den Philippinen haben stark unter Covid gelitten. "Aber sie beginnen sich wieder zu erholen", sagt Payne. "Die Einkaufszentren in Indonesien haben sich wieder gefüllt." Thailand, dessen Wirtschaft in normalen Zeiten zu 18 Prozent vom Tourismus abhängt, habe Anfang November nach 18-monatigen Beschränkungen wieder für Touristen geöffnet. "Wenn die Impfungen in den Schwellenländern schneller voranschreiten, werden sich die lokalen Volkswirtschaften erholen und die Investitionsstimmung dürfte sich verbessern – und die Lücke in der Aktienmarktentwicklung wird sich unserer Ansicht nach verringern", erwartet Payne.

Investoren blicken zu pessimistisch auf Schwellenländer-Anleihen
Auch für Anleihen aus Schwellenländern verbessern sich die Aussichten, sagt Alejandro Arevalo, Head of Emerging Market Debt bei Jupiter Asset Management. "Wir halten das Marktsentiment gegenüber den Schwellenländern inzwischen für übertrieben pessimistisch." Schwellenländeranleihen – vor allem Unternehmensanleihen – seien einer der am stärksten unterinvestierten Bereiche auf dem Anleihenmarkt. "Aus langjähriger Erfahrung wissen wir, dass es sich gerade in den Schwellenmärkten auszahlen kann, dann einzusteigen, wenn die Stimmung am schlechtesten ist." (fp)