Viele Anleger blicken pessimistisch auf den japanischen Markt. In den vergangenen Monaten kam bei Investoren aber immer häufiger die Frage auf: Sind Japans Banken eine Gefahr für das globale Finanzsystem? Ganz unberechtigt erscheint Dan Carter, Fondsmanager bei Jupiter Asset Management, die Frage nicht. Schließlich haben die langanhaltenden Negativzinsen die Regionalbanken an den Rand der Unrentabilität getrieben.

Als Reaktion darauf haben die Banken zu risikoreichen Aktiva gegriffen, die bald eine Kettenreaktion im globalen Finanzsystem auslösen könnte, so die Befürchtung. Jupiter-AM-Fondsmanager Carter gibt den Sorgen teilweise recht, erinnert aber daran, dass die Fixkosten der japanischen Banken sinken und es weitere Einsparpotenziale gebe. Auch bei den riskanten Aktiva gibt Carter Entwarnung. "Wenn es böse ÜberraschBefürchtungungen in den Bilanzen gibt, dann bei den kleineren Regionalbanken", sagt der Jupiter-AM-Fondsmanager.

Starke Verflechtungen im Bankensektor
Die Frage, ob der japanische Finanzsektor mit der derzeitigen Geldpolitik eine globale Bankenkrise auslösen könnte, kann auch Carter nicht beantworten. "Durch die Verflechtung der Finanzsysteme sowie die Rolle, die Vertrauen und Risikopräferenz spielen, ist es durchaus plausibel, dass Probleme in irgendeinem Banksektor weiterreichende Folgen haben", sagt der Fondsmanager. Carter hält dieses Szenario allerdings für unwahrscheinlich. (fp)