Die politische Unsicherheit in der Türkei und die Sorge über die Abhängigkeit des Landes von ausländischem Kapital haben die Lira in den vergangenen Monaten auf Talfahrt geschickt. Ökonomen befürchten, dass die Krise am Bosporus das europäische Bankensystem ins Wanken bringen könnte. J.P. Morgan Asset Management gibt nun Entwarnung: Türkische Gegenparteien dürften für europäische Geldhäuser kein systemisches Risiko darstellen, so die Experten des Fondsanbieters.

Die Investmentgesellschaft  hat sich angeschaut, wie stark Banken einzelner Länder der Eurozone am Bosporus engagiert sind. Am anfälligsten gegenüber der Türkei-Krise sind demnach Spanien und Frankreich: Das Volumen der Geschäfte mit türkischen Gegenparteien beträgt bei den beiden Staaten 82 Milliarden US-Dollar beziehungsweise 38 Milliarden US-Dollar. Das Kapital und die Reserven der Finanzinstitute in der Eurozone betragen aber fast drei Billionen Dollar. Das deutet darauf hin, dass das europäische Bankensystem Verluste im Zuge der Türkei-Krise verkraften kann. (fp)