Mit ihrem Vortrag verschaffte Marika Dysenchuk, Vice President im Global Fixed Income, Currency & Commodities-Team von J.P. Morgan Asset Management, auf der Wiener Neujahreskonferenz des US-amerikanischen Fondshauses Investoren mehr Orientierung.

Nach einem Anlagejahr 2018, das Investoren nicht nur am Aktien-, sondern auch am Rentenmarkt in vielen Segmenten Verluste bescherte, sind die Aussichten für 2019 düsterer als noch vor wenigen Monaten. Laut Einschätzung von  Dysenchuk ging die Wahrscheinlichkeit, dass die Wirtschaft dieses Jahr weiterhin über ihrem Trendwachstum zunimmt, in den letzten Quarten von 75 auf 50 Prozent zurück. Dafür stiegen die Wahrscheinlichkeiten auf unterdurchschnittliches Wachstum auf 35 Prozent, jene für eine Rezession auf zehn Prozent. Das Restrisiko einer Krise wird weiterhin bei fünf Prozent gesehen.

Globales Wachstum erreichte Zenit
Grund für die gestiegenen Risiken ist das aus heutiger Sicht Erreichen eines Höhepunkts beim weltweiten BIP-Wachstum. Dies wurde bereits seit Anfang 2017 von den fallenden konjunkturellen Frühindikatoren gezeigt. Vor allem der Handelskrieg und die Entwicklung in China machen Investoren sorgen. Laut Dysenchuk habe China aber die notwendigen Tools, um allfällige Krisen zu überwinden und die Ökonomie wieder anzukurbeln. Instrumente dafür seien Steuersenkungen für KMUs und Haushalte sowie mehr Gelder für den Ausbau der heimischen Infrastruktur.

Europäische Wirtschaft relativ gesund
Auch wenn vor dem Hintergrund des drohenden Brexit und politischer Risiken in Italien die Stimmung in der Eurozone eingetrübt ist, sprechen makroökonomische Zahlen und Indikatoren eine andere Sprache: Die Arbeitslosigkeit in der Eurozone fällt seit Jahren und liegt derzeit bei rund acht Prozent. Zusätzlich ist das Konsumentenvertrauen in der Nähe historischer Höchststände.

Ähnliches gilt auch für die USA: Stabile, tendenziell steigende Haushaltseinkommen und solide Geschäftsentwicklungen von Corporate America machen eine Rezession unwahrscheinlich. "Die US-Wirtschaft ist in einem guten Zustand“, betonte Dysenchuk.

Auch wenn die US-Zinskurve zur Inversion neigt und damit zumindest aus historischer Sicht die Rezessionsrisiken zunehmen, sieht Dysenchuk dafür nur geringe Gefahren. Anhand einer interessanten Grafik zeigte sie, dass angesichts steigender Gewinn-Margen der US-Unternehmen eine Rezession extrem unwahrscheinlich sei.

Welche weitere interessante Grafiken Dysenchuk aus den USA nach Wien mitnahm und welche Credit-Segmente aus Investorensicht derzeit interessant sind, können Sie der Bildergalerie oben entnehmen. (aa)