In China läuft es gerade alles andere als rund. In den vergangenen zwölf Monaten hat sich das chinesische Wirtschaftswachstum von knapp 7 auf 6,4 Prozent abgeschwächt. Zugleich hat Chinas Aktienmarkt zeitweise mehr als ein Viertel seines Wertes verloren. Peking hat deshalb in der zweiten Hälfte vergangenen Jahres eine 180-Grad-Wende vollzogen, sagt Tilmann Galler, Kapitalmarktstratege bei J.P. Morgan Asset Management: von Konsolidierung zu Wachstumsförderung.

Die chinesische Notenbank hat ihre Geldpolitik gelockert, die Regierung hat im November 2018 umfangreiche Steuererleichterungen für private Haushalte und Unternehmen verabschiedet. "Die Steuerlast für Privathaushalte wird nun schätzungsweise um 40 Prozent fallen, was einen kräftigen Schub für das verfügbare Einkommen bedeutet", erklärt Galler. Für das laufende Jahr plant Peking weitere Schritte, um die Wirtschaft wieder auf Trab zu bringen.

Hoffnung am Verhandlungstisch
Die Mehrwertsteuer soll sinken, die Infrastrukturausgaben steigen. "Diese Maßnahmenpakete dürften nach unserer Einschätzung ausreichen, eine härtere Landung der chinesischen Wirtschaft im Jahr 2019 zu verhindern", sagt der Kapitalmarktstratege. Wenn nun noch der Handelskonflikt mit den USA nicht eskaliert, könnte sich Chinas Wirtschaft im laufenden Jahr besser entwickeln, als es die Zahlen aus dem vergangenen Jahr zuletzt befürchten ließen. (fp)