In Europa droht eine Rezession. Davor warnt Tilmann Galler, globaler Kapitalmarktstratege des Vermögensverwalters J.P. Morgan AM, in einer aktuellen Analyse. So ist in Italien die Wirtschaft bereits im Rückwärtsgang, in Deutschland endete das vierte Quartal 2018 mit einem Mini-Wachstum von 0,02 Prozent. Eine aggressive US-Handelspolitik, die unklare Brexit-Lage und eine allgemeine politische Unsicherheit befördern die schlechte Stimmung in der Industrie noch. Wenn sich an all dem nichts ändert, könnte die Wirtschaft in der gesamten Währungsunion im Jahr 2019 schrumpfen.

Drei Faktoren könnten die Rezession noch verhindern: Das Abwenden eines harten Brexit, eine Deeskalation im Handelsstreit oder eine erfolgreiche Stimulierung der chinesischen Wirtschaft, die dem Außenhandel zugutekäme. Kämen zwei dieser drei Faktoren zusammen, dann könnte die Stimmung im verarbeitenden Gewerbe und unter Konsumenten sich verbessern, sagt Galler.

Starke internationale Verflechtung
Einerseits werden 54 Prozent des Bruttoinlandsprodukts in der Euro-Zone durch Konsumnachfrage generiert. Andererseits sind die Unternehmen insgesamt stark international ausgerichtet. Deshalb wird "die Entwicklung des globalen Wachstumsumfelds erheblichen Einfluss auf die künftigen Geschicke der Region haben", sagt Galler. Mit anderen Worten: Das Schicksal der Märkte in Europa hängt an dem der Weltmärkte. Zeichnet sich dort eine Erholung ab, dann dürfte es auch Hierzulande wieder aufwärts gehen. (fp)