Schwellenländeraktien gelten als die Titel mit dem größten Wachstumspotenzial in den kommenden Jahren. Gleichzeitig gewinn Nachhaltigkeit an den Anlagemärkten auf der ganzen Welt immer mehr an Bedeutung. Diese beiden Trends lassen sich leicht vereinen, sagt Tilmann Galler, Kapitalmarktstratege beim US-amerikanischen Vermögensverwalter J.P. Morgan Asset Management: "Die Berücksichtigung von ESG-Faktoren in der Anlageklasse der Schwellenländer bietet umfangreiche Renditechancen für langfristig orientierte Anleger", so seine Überzeugung. Dabei sei eine kritische Auswahl der Einzeltitel das Gebot der Stunde. 

Investoren sollten bei nachhaltigen Investments in den Schwellenländern vor allem deren Verbesserungspotential beachten. Aktuell kommen zwei Drittel der weltweiten CO2-Emissionen aus den sogenannten Emerging Markets. Unternehmen, die Teil internationaler Lieferketten sind, seien in den kommenden Jahren gezwungen, ihre Standards zu verbessern. "Unternehmen, die sich nicht anpassen, haben im globalen Wettbewerb einen erheblichen Nachteil. Wir erwarten daher, dass der Übergang in vielen Fällen auf Unternehmensebene schneller vonstatten gehen wird als in der Regierungspolitik", sagt Galler. Sein Team und er rechnen für den Markt der Schwellenländeraktien in den nächsten zehn Jahren mit einem jährlichen Mehrertrag von 2,3 Prozent gegenüber Industrieländeraktien. 

Sorgfältige Analyse nötig 
Zwar sind nicht alle Unternehmen aus den Emerging Markets auch als nachhaltige Investition geeignet. Es gebe inzwischen aber eine große Zahl an Unternehmen, die vom schnellen Wachstum in ihren lokalen Märkten profitierten, jedoch gleichzeitig im Bewusstsein agierten, globale ESG-Standards erfüllen zu wollen. "Wachstum und Nachhaltigkeit können durch sorgfältige Unternehmensanalysen in Einklang gebracht werden", sagt Galler. (fp)