Auf den ersten Blick könnte das Investitionsklima in den USA kaum besser sein. Der Wachstums-Marathon der US-Wirtschaft hat ein historisches Rekordniveau erreicht. Doch Tilmann Galler, Kapitalmarktstratege beim Fondsanbieter J.P. Morgan AM, ist skeptisch, wie lange das noch so bleibt. "Der Ausblick wird durch politische Unruhen bedroht", sagt Galler. Dabei seien die verhängten Strafzölle noch das geringste Problem. Viel gravierender seien die indirekten Folgen des Handelskriegs auf die Investitionstätigkeit der Unternehmen.

Hinzu kommt: Die stimulierenden Effekte durch die Steuerreform von Donald Trump klingen langsam ab. Das dürfte Konjunktur und Gewinne in den USA zusätzlich belasten, fürchtet Galler. Rückenwind erhält die US- Wirtschaft von der Federal Reserve. "Die US-Notenbank steht im Vorfeld der Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr unter enormem Druck, die Zinsen zu senken und den Wachstumsmotor in den USA in Gang zu halten", sagt Galler. Der Effekt dürfte diesmal aber nicht ausreichen, um die negativen Treiber vollständig zu übertönen.

Puffer fürs Portfolio
In der Vergangenheit neigten Investoren dazu, gegen Ende des Konjunkturzyklus Risiken abzubauen und verstärkt auf Anleihen zu setzen. Angesichts der zahlreichen Unsicherheiten am Bondmarkt und weil die Zentralbanken ihre Zinssätze nach wie vor nicht normalisiert haben, rät Galler diesmal jedoch von dieser Verhaltensweise ab.

Besser sei es, defensive Aktien zu halten und parallel nach Alternativen zu suchen. Interessant seien zum Beispiel Makrofonds oder Real Assets, sagt Galler. Sie können im Fall einer Krise einen "potentiellen Portfoliopuffer" schaffen. (fp)