Immer mehr Länder wollen Bitcoin, Ether und Co. mit einer staatlichen Digitalwährung Konkurrenz machen. Während der digitale Euro erst für 2026 angekündigt ist, hat Japan schon für kommendes Jahr einen digitalen Yen geplant. Ein japanisches Konsortium, das aus 70 Großbanken besteht, arbeitet derzeit an der blockchainbasierten Währung und will sie bereits bis kommenden März marktreif getestet haben, berichtet die "Neue Zürcher Zeitung" (NZZ). Das Wirtschafts- sowie das Finanzministerium, die japanische Zentralbank und die Finanzaufsicht begleiten den Prozess. 

Die Digital Currency JPY (DCJPY) soll weg vom Image der spekulativen Geldanlage, das nicht-staatlichen Kryptowährungen anhaftet. Stattdessen soll die Münze eine stabile Währung werden, die als allgemein akzeptiertes Zahlungsmittel dient und obendrein für virtuelle Verträge genutzt werden kann. Außerdem soll die neue Währung dem japanischen Staat wieder ein Stück Kontrolle über den unübersichtlichen digitalen Währungsmarkt zurückgeben und japanischen Banken einen internationalen Wettbewerbsvorteil verschaffen.

Anlaufstelle sind die Banken
Die Stabilität der DCJPY will das Konsortium laut NZZ-Bericht wahren, indem der Coin mit realen Werten hinterlegt wird. Herausgeber der neuen Währung sollen die Banken sein. Davon erhofft sich Japan rasch das Vertrauen der Bevölkerung zu gewinnen und für eine schnelle Verbreitung zu sorgen. Dabei behandeln die Banken den DCJPY wie herkömmliche Verbindlichkeiten. Gleichzeitig soll die Münze wie bei anderen Geldanlagen reguliert und durch eine staatlich beaufsichtigte Einlagensicherung unterlegt werden. (fp)