Das ist mal ein ungewöhnliches Problem: In Japan werden die Kreditkartennummern knapp, berichtet die Süddeutsche Zeitung (SZ) mit Verweis auf die Zeitung Mainichi. Grund ist die Corona-Krise und die geänderten Konsumgewohnheiten vieler Menschen: Deutlich mehr Leute bleiben zu Hause und kaufen auch von dort aus online ein – und dafür brauchen sie Kreditkarten.

Das Problem bei den Kreditkartennummern: Sie bestehen nicht aus x-beliebigen Ziffern, sondern stehen für Kartentypen, Herausgeber, Kontonummer und Prüfziffer. Die herausgebenden Unternehmen sind also nicht frei in der Auswahl, sondern können nur aus einem beschränkten Zahlenuniversum schöpfen. Das bisherige Nummern-System der rund 280 in Japan tätigen Kreditkartenunternehmen gibt schlicht nicht genug Nummern her, um die stark gestiegene Nachfrage nach neuen Kreditkarten decken zu können. 283 Millionen ausgestellte Karten gab es im vergangenen Jahr, und damit scheint wohl das Ende der Fahnenstange in Sicht.

Kreditkarten schon vor Corona stark gefragt
Völlig überraschen dürfte die Branche das Problem freilich nicht. Die Zahl der Kreditkarten-Transaktionen hat sich in Japan in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt, berichtet die SZ mit Verweis auf die japanischen Kreditwirtschaftsverband JCA. Die Kreditkartenindustrie habe aber bislang den Aufwand für die Umstellung gescheut, vermutlich aus Kostengründen, so die SZ. (fp)