Es war ein Mammutprozess: Fast drei Jahre hat sich das Mailänder Gericht damit auseinandergesetzt, wer im Skandal um die taumelnde italienische Bank Monte dei Paschi di Siena (MPS) die Schuld trägt. Nun trifft es 13 ehemalige Manager der MPS, der japanischen Bank Nomura – und der Deutschen Bank. Die Verurteilten, die bis zu siebeneinhalb Jahre in Haft müssen, sollen die Bilanzen der MPS gefälscht und Verluste gezielt vertuscht haben. Das berichtet das "Handelsblatt".

Die MPS hatte im Jahr 2008 das Geldhaus Antonveneta für zehn Milliarden Euro gekauft und war daraufhin in eine finanzielle Schieflage geraten. Die verurteilten Ex-Manager sollen dabei geholfen haben, die Bilanzen der MPS zu frisieren. Im Jahr 2013 kamen italienische und deutsche Bankenaufseher dahinter. Laut der italienischen Nachrichtenagentur Ansa haben insgesamt sechs der Angeklagten früher bei der Deutschen Bank gearbeitet. Einer von ihnen ist Michele Faissola, der bis zuletzt die katarische Herrscherfamilie – ein Großaktionär der Deutschen Bank – beraten hatte. 

Deutsche Bank muss zahlen
Faissola hatte weitere Beziehungen zum deutschen Bankhaus: Als Zeuge im Libor-Fall, bei dem Banken Zinsen manipuliert hatten, hatte er Rechtsbeistand von Stefan Simon bekommen, der später Aufsichtsrat und dann Vorstandsmitglied der Deutschen Bank wurde. Das Geldinstitut soll nun eine Geldstrafe in Höhe von drei Millionen Euro zahlen, weitere 64 Millionen Euro wurden beschlagnahmt, schreibt die Düsseldorfer Wirtschaftszeitung. Der Verteidiger der Deutsche-Bank-Manager will in Berufung gehen. (fp)