Investoren stehen Schlange: KI-Shootingstar bereitet Börsengang vor
Deepseek bereitet laut Insidern den Gang an die Börse vor. Das chinesische KI-Start-up könnte den IPO-Antrag noch 2026 einreichen und vorab weitere Milliarden am Privatmarkt einsammeln.
Der chinesische KI-Pionier Deepseek habe mit den Vorbereitungen für einen Börsengang auf dem chinesischen Festland begonnen und peile eine Einreichung des IPO-Antrags noch in diesem Jahr an. Das würde ein Börsendebüt 2027 ermöglichen, berichtet "Bloomberg" unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Das Start-up befinde sich in Gesprächen mit Wirtschaftsprüfern und Bankberatern, sagte eine der Personen. Alle Informanten baten darum, anonym zu bleiben, da die Gespräche vertraulich seien. Damit zeichnet sich ein möglicherweise wegweisendes Börsendebüt für die Technologiebranche des Landes ab.
Neue Finanzierungsrunde vor dem Börsengang
Deepseek bemüht sich den Angaben zufolge außerdem um weitere Mittel am Privatmarkt vor dem IPO, nur wenige Wochen nach Abschluss einer Rekordfinanzierungsrunde über sieben Milliarden Dollar. Das Unternehmen habe Gespräche mit neuen Geldgebern über eine neue Runde begonnen, die auf eine Pre-Money-Bewertung von mindestens 480 Milliarden Yuan (rund 71 Mrd. Dollar) abziele, sagten die Personen.
Das wäre ein Anstieg gegenüber der Bewertung von rund 50 Milliarden Dollar, die Deepseek in seiner ersten externen Finanzierungsrunde erzielte. Diese wurde Anfang Juni abgeschlossen und umfasste große Namen wie Tencent Holdings und Contemporary Amperex Technology (CATL). Deepseek strebt an, mindestens zehn Milliarden Yuan an zusätzlichen Mitteln einzuwerben. Der endgültige Betrag könnte jedoch um ein Mehrfaches höher ausfallen, abhängig davon, wie viele Investoren sich beteiligen, sagten die Personen.
Zeitplan noch nicht endgültig
Die Gespräche seien weiterhin im Fluss, und der Zeitplan für den IPO sowie die Finanzierungspläne könnten sich ändern, sagten die Personen. Die Umsetzung werde von den Marktbedingungen und der Unternehmensentwicklung abhängen.
Das Start-up arbeite mit Wirtschaftsprüfungsgesellschaften daran, seinen Finanzbericht bis Ende Dezember fertigzustellen, ein notwendiger Schritt für die IPO-Einreichung, sagte eine Person. Das Unternehmen plane, den Antrag gegen Ende dieses Jahres oder Anfang 2027 einzureichen, je nachdem, wann die Finanzzahlen vorliegen, sagte die Person.
Deepseek reagierte nicht auf eine per E-Mail übermittelte Bitte um Stellungnahme. Über die jüngste Finanzierungsbemühung hatte zuerst die "Financial Times" berichtet.
KI-Ambitionen treiben Investoreninteresse
Deepseek stößt bei potenziellen Investoren auf enormes Interesse, weil das Unternehmen zu einer Gruppe von Firmen zählt, die im Zentrum von Chinas Bemühungen stehen, im Bereich KI global zu konkurrieren. Das Unternehmen entwickelte im vergangenen Jahr ein Modell, das die Branche verblüffte, weil es zeigte, dass sich eine fortschrittliche und zugleich effiziente Plattform mit weniger Rechenressourcen bauen lässt. Der Durchbruch zeigte, dass chinesische Unternehmen trotz US-Exportbeschränkungen für moderne Hardware mit den Besten des Silicon Valley konkurrieren können.
Das Start-up bemüht sich nun um weitere Mittel zur Unterstützung eines ambitionierten Expansionsplans, darunter eine Erhöhung der Rechenkapazität. KI-Labore weltweit schließen Verträge ab, um sich die Rechenzentrumsinfrastruktur zu sichern, die sie für Training und Betrieb von KI-Diensten benötigen.
Fokus auf Forschung statt Kommerzialisierung
Deepseek wurde 2023 gegründet und gehört dem Hedgefonds Zhejiang High-Flyer Asset Management. Die frühere Finanzierungsrunde stellte einen Rekord für eine Erstfinanzierung eines chinesischen Tech-Start-ups auf. Neben Tencent und CATL gewann das Unternehmen insbesondere auch die Unterstützung des National Artificial Intelligence Industry Investment Fund, eines der Vehikel, die Pekings übergreifende Bemühungen in dem Sektor vorantreiben.
Das Topmanagement von Deepseek habe potenziellen Investoren mitgeteilt, dass das Start-up bahnbrechende KI-Forschung gegenüber kurzfristiger Kommerzialisierung priorisieren werde, hatte "Bloomberg News" berichtet. Gründer Liang Wenfeng habe in mindestens einem Treffen mit Investoren zugesagt, weiter Open-Source-KI-Modelle zu entwickeln und zugleich das übergeordnete Ziel allgemeiner künstlicher Intelligenz zu verfolgen. Das unterstreiche den Fokus des Unternehmens, die Weiterentwicklung der KI voranzutreiben, statt auf Monetarisierung zu setzen. (mb/Bloomberg)















