Investmentstratege: "Gold bleibt Krisenschutz Nummer eins"
Es ist der Klassiker der Vermögenssicherung: Gold. In den vergangenen Monaten sackte dessen Preis allerdings deutlich ab – obwohl es rund um den Globus kräftig kriselt. Klaus Niedermeier argumentiert, warum die Apobank dem Edelmetall weiterhin die Treue hält.
Gold ist aus Sicht langfristig orientierter Anleger aktuell besonders interessant. Davon ist Klaus Niedermeier überzeugt, Leiter der Investmentstrategie bei der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (Apobank). Steigende geopolitische Spannungen, hohe Schuldenstände und eine bevorstehende geldpolitische Wende rückten das Edelmetall erneut in den Fokus, so Niedermeier.
"Gold bleibt für uns der Krisenschutz Nummer eins. In einer Welt wachsender geopolitischer Risiken und fragiler Staatsfinanzen behauptet sich das Edelmetall als verlässlicher sicherer Hafen", schreibt der Investmentstratege in einem Marktkommentar. Die jüngste Kurskonsolidierung ändere daran nichts. "Im Gegenteil: Sie eröffnet neuen, langfristig orientierten Anlegern attraktive Einstiegschancen auf hohem Niveau", glaubt Niedermeier.
"Schrittweise Abkehr vom US-Dollar"
Makroökonomische Faktoren sprächen für Gold, argumentiert der Finanzexperte: "Der Inflationsdruck lässt nach, vielerorts scheinen die Zinspeaks erreicht oder überschritten." Damit sinke der Gegenwind durch hohe Realzinsen. "Zugleich ist der Verkaufsdruck im Markt gering, sodass bereits moderates Kaufinteresse spürbare Kursimpulse auslösen kann", so Niedermeier.
Wichtig sind ihm zufolge die Käufe der Zentralbanken – sie würden einen wesentlichen Beitrag zur strukturellen Nachfrage leisten. "Weltweit bauen sie ihre Goldreserven aus und unterstreichen damit die strategische Rolle des Edelmetalls, auch vor dem Hintergrund einer schrittweisen Abkehr vom US-Dollar als alleiniger Leitwährung", schreibt der Experte der Apobank. Besonders physisches Gold wie Barren und Münzen erlebe einen anhaltenden Nachfrageboom, dem ein begrenztes Förderangebot gegenüberstehe.
"Schutz und Performance schließen sich nicht aus"
"Im Portfoliokontext bleibt Gold ein wichtiger Diversifikator", ist Niedermeier überzeugt. "In Phasen von Marktstress entwickelt sich der Goldpreis häufig gegenläufig zu Aktienmärkten und kann Schwankungen im Gesamtportfolio abmildern." Langfristig überzeuge auch die Performance: In US-Dollar gemessen erzielte Gold in den vergangenen 50 Jahren eine durchschnittliche Jahresrendite von rund neun Prozent, rechnet der Anlagestratege vor. "Schutz und Performance schließen sich hier nicht aus", betont er. (fp)














