Professionelle Anleger scheuen angesichts der Unsicherheit an den Börsen das Risiko. Eine Studie der US-Depotbank State Street zeigt: Die Risikobereitschaft der Großanleger ist auf das niedrigste Niveau seit zwei Jahren abgerutscht. Investmentprofis verkaufen vor allem Aktien aus Schwellenländern und setzen lieber auf defensive Versorger- und Konsumaktien aus Industrieländern. "Nach einer Phase opportunistischer Umschichtungen und selektiver Risikobereitschaft im Jahr 2020 haben sich die Anleger wieder stärker auf sichere Vermögenswerte und Märkte konzentriert", zitiert die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" (FAS) den State-Street-Researcher Neill Clark. "Sie erhöhen ihr Aktienengagement nicht mehr, sondern stocken ihre Bestände an festverzinslichen Wertpapieren und Barmitteln auf." 

Der FAS zufolge sind die Kapitalabflüsse aus Schwellenländern so stark wie seit fünf Jahren nicht. Großanleger wählen zudem auch Aktien aus Industrieländern vorsichtiger aus. Die Zeitung berichtet, dass sie in diesem Jahr viele Aktien von Banken verkauft haben und dafür stark in defensive Aktien investierten, insbesondere Versorger- und ausgewählte Konsumaktien. Diesen kann ein Konjunktureinbruch weniger anhaben.  

Anleihenkäufe ebenfalls defensiver 
Die Vorsicht der Investmentprofis zeigt sich nicht nur im Aktiengeschäft, sondern auch bei Anleihen. Hier stehen zunehmend Papiere aus den Schwellenländern auf der Verkaufsliste, während die Nachfrage nach inflationsgeschützten Anleihen aus den USA steigt, schreibt die FAS. Am Währungsmarkt steht der US-Dollar hoch im Kurs, Währungen mit geografischer Nähe zum Krieg in der Ukraine, etwa der polnische Zloty, der ungarische Forint und der russische Rubel, verlieren. (fp)