Eines der berühmtesten Zitate von Leo Tolstoi stammt aus seinem Roman "Anna Karenina" und lautet: "Alle glücklichen Familien gleichen einander, jede unglückliche Familie ist auf ihre eigene Weise unglücklich." Man könnte auch sagen: Erfolg hat viele Facetten, die stimmen müssen. Für einen Misserfolg dagegen reicht ein einziger Faktor bereits aus, der nicht passt.

Für Wolfgang Juds, Geschäftsführer der Credo Vermögensmanagement GmbH, lässt sich dieser Gedanke auch auf die Investmentwelt übertragen. Zwar sei das Verständnis von Glück als auch von Erfolg höchst individuell. "Wenn allerdings klar ist, was wir unter Erfolg verstehen und was er für uns bedeutet, dann lassen sich die Faktoren, die ihn begünstigen, deutlich erkennen und umsetzen", erklärt der Vermögensprofi.

Ausgewogenes Portfolio
Wichtige Punkte sind Juds zufolge die Qualität der Aktien, also ob das Unternehmen ein solides und auf Wachstum ausgerichtetes Geschäftsmodell betreibt, ebenso wie Wert und Preis. Als Beispiel nennt er die Werte an der US-Technologiebörse Nasdaq 100. "Amazon, Apple und Netflix sind tolle Unternehmen, das steht außer Frage. Nur sind die Preise dafür auch enorm und man muss sich die Frage stellen, ob diese Titel es auf lange Sicht wert sind, so viel für sie zu bezahlen."

Auch Ausdauer und ein langfristiger Anlagehorizont sind wichtige Eigenschaften für den Anlageerfolg, besonders in unsicheren Zeiten wie diesen. Anleger sollten zudem auf Markettiming verzichten, also gar nicht erst versuchen, den besten Einstiegs- oder Ausstiegszeitpunkt zu erwischen. Entscheidend sei auch die Gesamtstruktur des Portfolios. "Wie beim Fußball kommt es auf die Mannschaftsleistung an. Wir brauchen Stürmer und Verteidiger, ein Mittelfeld und den Torwart. Auch ein guter Trainer und das ganze Team ist wichtig", sagt Juds. So müsse auch das Depot strukturiert sein – ausgewogen und trotzdem konsequent auf Ertrag und Wachstum ausgerichtet. (fp)