Der Handelsstreit zwischen den USA und China wirft einen Schatten auf die Börsen. In den vergangenen Monaten sind die Aktienkurse zwar kräftig gestiegen. Für ein weiteres Kursfeuerwerk zum Jahresende dürfte es aber nicht mehr reichen, schätzt Eckhard Schulte, Vorstandsvorsitzender der Vermögensverwaltung Main Sky. "Wer jetzt noch eine Jahresendrally erwartet, könnte enttäuscht werden", sagt er.

Es könnte sogar noch turbulent werden: Sollten die USA Ende dieser Woche weitere Strafzölle auf chinesische Waren erheben, dürfte sich die Zoll-Spirale wieder in Gang setzen. "Die Jahresendrally an der Börse wäre endgültig abgesagt", so Schulte. "Das Börsenjahr könnte dann durchaus so enden wie das letzte, als sich die Märkte rund um die Feiertage auf Achterbahnfahrt begaben."

Bewertungen laufen den Fundamentaldaten davon
Langfristig sieht der Vermögensprofi durchaus weiteres Kurspotenzial. Das ist vor allem den Notenbanken zu verdanken, die einmal mehr als Feuerlöscher unterwegs sind und die Märkte mit Liquidität fluten. "Für eine breite Fortsetzung des Bullenmarktes müssen sich allerdings auch die fundamentalen Rahmendaten endlich verbessern", sagt Schulte.

Angesichts der jüngsten Kurssteigerungen sollten Aktienanleger vorsichtiger werden, mahnt der Aktienexperte. "Wirtschaftswachstum und Erträge müssen sich jetzt zeitnah verbessern, um die weiter steigenden Börsenbewertungen der Unternehmen zu rechtfertigen", sagt er. (fp)