Unterm Strich schauen institutionelle Investoren optimistisch in die Zukunft. Eine Umfrage der Bank of America unter 216 Fondsmanagern, über die die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) berichtet, zeigt: Zwei Drittel der Anlageprofis rechnen für die kommenden zwölf Monate mit einem überdurchschnittlichen Wachstum – ein Rekordwert, sagt Michael Hartnett, Chefanlagestratege der Bank of America. Das heißt indes nicht, dass Fondsmanager keine Wolken am Horizont sehen würden. Auf der schwärzesten von ohnen steht "Inflation".

Steigende Verbraucherpreise gelten unter Profis momentan mit Abstand als größtes Risiko für die Märkte. Rund 35 Prozent der Befragten nannten die Inflation als Hauptgefahr. Auf Rang zwei liegt ein neues "Taper Tantrum", also eine heftige Marktreaktion nach einer Reduzierung der Anleihekäufe durch die Notenbank. In den Augen von 27 Prozent der Umfrageteilnehmer ist dies aktuell die größte Bedrohung. Auf Platz drei folgen die Sorgen über Preisblasen in einzelnen Marktsegmenten. Die Corona-Pandemie ist auf Platz vier abgerutscht.

Tech-Aktien werden unbeliebter
Viele Fondsmanager investieren derzeit in zyklische Werte aus der Energiebranche. Darüber hinaus ist der Anteil von Rohstoffen, Bankaktien, Industriewerten und Schwellenländer-Papieren an institutionellen Portfolios im langfristigen Vergleich hoch. Viele Profis investieren allerdings auch stark in konjunkturunabhängige Aktien. Weniger beliebt sind Qualitätsaktien und Dividendentitel. Auch Nebenwerte haben unter Institutionellen derzeit nicht viele Fans. Im Zehnjahresvergleich sind zudem Anleihen und der US-Dollar unbeliebt – und die zuletzt so gehypten Technologiewerte: Ihre Übergewichtung hat ein Dreijahrestief erreicht.

Die besten Renditechancen für das laufende Jahr sehen laut FAZ zwei Drittel der Umfrageteilnehmer beim US-Aktienindex S&P 500. Auch Öl erfreut sich wachsender Beliebtheit. Zur Zeit der Umfrage setzten überdies viele Fondsmanager auf einen weiter steigenden Bitcoin-Kurs, warnten aber zugleich vor einer Spekulationsblase. In Anbetracht der jüngsten Kursstürze könnten die Profis mit dieser Warnung Recht behalten. (fp)