Indiens Premierminister Narendra Modi hatte Digitalwährungen in der Vergangenheit bereits als Gefahr kritisiert, die die Jugend verderben könne. Nun will die indische Regierung dem Handel mit dem vermeintlichen Hexenwerk endgültig einen Riegel vorschieben: Am Dienstag (23. 11.) kündigte sie ein Gesetz zum Verbot des Privatbesitzes von Kryptowährungen an, berichten das "Handelsblatt" und "N-tv" übereinstimmend. Das Parlament will das neue Gesetz zwischen Ende November und Ende Dezember verabschieden.

Die Pläne bedeuten allerdings nicht das Ende von Digitalwährungen in Indien per se: Die indische Regierung plant die Einführung einer eigenen offiziellen Digitalwährung. Die hinter Bitcoin und Co. liegende Blockchain-Technologie soll erhalten und weiter genutzt werden. Welche privaten Kryptowährungen nun vom Bann betroffen sein werden, hat Modi bislang nicht konkretisiert. 

Es könnten alle nicht-staatlichen Coins gemeint sein, wie etwa der Bitcoin oder Etherum, es könnte aber auch um Kryptowährungen privater Unternehmen gehen. Einem Bericht des Nachrichtendienstes "Bloomberg" zufolge könnte das Verbot auch nur Kleinanleger treffen, während Großinvestoren weiterhin mit Kryptowährungen handeln dürfen. In jedem Fall haben Anleger bereits reagiert: Die indische Kryptobörse WazirX verzeichnete zeitweise einen Kursrutsch des Bitcoin von mehr als 15 Prozent, verglichen mit der Landeswährung, berichtet das "Handelsblatt".
 
China als Vorbild?
Indien wäre das zweite große Schwellenland, das Kryptowährungen auf diese Art reglementiert. Im September hatte China bereits ein Verbot erlassen. Seither gibt es im Reich der Mitte zahlreiche Verhaftungen für Nutzer, die in jeglicher Form dennoch mit Coins handeln. Ähnlich wie es in China der Fall war, ist auch in Indien die Krypto-Begeisterung groß: Laut Schätzungen gibt es dort derzeit zwischen 15 und 20 Millionen Anleger, die umgerechnet rund 4,8 Milliarden Euro in Digitalwährungen investiert haben. (fp)